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Beten - loslassen und empfangen

Im Loslassen liegt das eigentliche Wesen des Gebetes: „Wir legen alles, Gott, in deine Hand: unser Leid und unsere Freude, unsere Sorgen und Ängste, unsere Wünsche und Hoffnungen. Hilf uns, dankbar anzunehmen, was wir an Gutem von dir empfangen. Hilf uns tragen, was niederdrückt, und geleite uns mit deinem Segen über die Höhen und durch die Tiefen.

(Morgenandacht in St. Markus, Hamburg-Hoheluft, am 26. Mai 1992 über Psalm 66,20)


„Bitten ohne Anspruch auf Erhörung“ 

Rogate, 5. Sonntag nach Ostern (21. Mai 2017):

„Bit­tet, so wird euch ge­ge­ben, su­cht, so wer­det ihr fin­den, klop­ft an, so wird euch auf­ge­tan!“ Wir ha­ben doch die­se Er­fah­run­gen schon ge­macht, je­der von uns, wenn sie viel­leicht auch nicht die ty­pi­schen Er­fah­run­gen des täg­li­chen Le­bens sind. Aber zählt nicht ei­ne gu­te Er­fah­rung mehr als tau­send schlech­te?! Ist nicht ein Chri­stus mehr als tau­send Bö­se­wich­te?!"

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft über Lukas 11,5-13 am 16. Mai 1993)


„Vorbereitung auf den leidvollen Weg zur Freude“ 

Jubilate, 3. Sonntag nach Ostern (7. Mai 2017):

"Es gibt nur sel­ten den di­rek­ten und schnel­len Weg zum Glück. In der Re­gel müs­sen wir be­reit sein, ein ge­wis­ses Maß an Be­schwer­lich­kei­ten, an Schmer­zen, an Lei­den auf uns zu neh­men, und müs­sen be­reit sein, uns in Ge­duld zu üben."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft über Johannes 16,16-23 am 2. Mai 1993)


„Wir sind Schafe und Hirten zugleich“ 

Misericordias Domini (30. April 2017):

"Manche argwöhnen, dass das Reden von einem guten Hirten, der uns führt und uns behütet, unsere Eigenständigkeit untergräbt. Manche empfinden es als Einschränkung ihrer menschlichen Würde, wenn von dem Gott über ihnen oder von Jesus Christus als ihrem Hirten die Rede ist. Das Reden von Gott und Christus hat aber gerade den Zweck, unsere menschliche Würde zu unterstreichen und zu stärken."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft über Hebräer 13,20-21 am 6. April 2008)


„Ostern - das geistige Weihnachten

Quasimodogeniti, Sonntag nach Ostern (23. April 2017):

Ostern ge­langt Je­sus ein zwei­tes Mal ins Le­ben, er wird, so könn­ten wir sa­gen, noch ein­mal ge­bo­ren - dies­mal aber nicht leib­lich, son­dern in ei­ner über­kör­per­li­chen Wei­se, in ei­nem gei­sti­gen Sinne: Ostern, so könn­ten wir sa­gen, ist das gei­sti­ge Weihn­ach­ten - auch ein Fest der Ge­burt, aber der Ge­burt von je­man­dem, den wir nicht mit Hän­den an­fas­sen kön­nen, son­dern den wir nur mit un­se­rem Her­zen be­grei­fen kön­nen, den wir nur glau­ben kön­nen. Wäh­rend das Je­sus­kind aus dem war­men Mut­ter­leib her­aus­ge­bo­ren wor­den war, wird der Auf­er­stan­de­ne nun aus dem Grab her­aus ge­bo­ren."

(Predigt in St. Markus, Hamburg-Hoheluft, über Johannes 21,1-14 am 11. April 1999

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